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Patienteninformation Marcumartherapie
Liebe Patienten,
bei ihnen ist die Behandlung mit dem Medikament Marcumar zur Gerringungshemmung (im Volksmund
„Blutverdünnung“) notwendig. Bitte lesen sie die nachfolgenden Informationen vollständig durch. Sie dienen
Ihrer eigenen Sicherheit. Je besser Sie sich selber mit den Besonderheiten der Gerinnungshemmenden
Therapie und der Kontrollen auskennen, umso nebenwirkungsärmer ist Ihre Therapie.
Blutstillung und Blutgerinnung
Die nach einer Verletzung auftretende Blutung hört normalerweise nach wenigen Minuten auf. An dieser
Blutstillung sind folgende Faktoren beteiligt:
1.
Sofort nach der Verletzung zieht sich das Gefäß zusammen und verkleinert somit das verletzungsbedingte Gleichzeitig heften sich die Blutplättchen (Thrombozyten) des ausströmenden Blutes an der Gefäßwand Parallel zur Bildung dieses Blutplättchenpfropfes gerinnt das Blut, wobei die sich bildenden Fibrinfäden den Pfropf umspinnen und ihm die notwendige Festigkeit verleihen. Hierbei werden die im Blut in inaktiver Form
zirkulierenden Vorstufen aktiviert und es entsteht Fibrin.
Diese drei Mechanismen, insbesondere die Blutgerinnung, stellen somit einen Schutzmechanismus dar und
bewirken, dass wir im Falle einer Verletzung nicht verbluten. Normalerweise findet die Blutstillung nur dort statt,
wo sie gebraucht wird, z. B. am Ort der Verletzung. Bei bestimmten Erkrankungen jedoch gerinnt das Blut auch
unabhängig von einer Verletzung im Kreislauf unseres Körpers, wo es entsteht eine Thrombose bzw. ein
Thrombus. Dieses kann z. B. in unseren Venen passieren, wenn das Blut z. B. nach einer Operation langsamer
in den Beinvenen zirkuliert und die Gerinnung durch die Operationswunde aktiviert ist. Ein solches Blutgerinnsel
kann ebenfalls auftreten in den Herzhöhlen, z. B. bei gewissen Herzklappenfehlern sowie bei
Herzinfarktpatienten, bei denen sich möglicherweise eine Aussackung der Herzwand gebildet hat, in denen das
Blut nicht richtig zirkuliert. Der Herzklappenersatz führt aus vielerlei Gründen zu einer erhöhten
Gerinnungsneigung an der Kunstklappe selbst. An der Klappe kann sich ein Blutgerinnsel (Thrombus) bilden,
hierdurch wird möglicherweise die Funktionsfähigkeit der Klappe beeinträchtigt, so dass die Klappe sich nicht
mehr richtig öffnet bzw. schließt. Ein gering ausgeprägter flächenhafter thrombotischer Belag einer Kunstklappe
ist ein idealer Nährboden für Bakterien, die sich im Falle einer Einschwemmung von Bakterien in die Blutbahn
dort absiedeln. Es entsteht dann das Krankheitsbild der Endokarditis (Herzinnenhautentzündung), die eine
lebensbedrohliche Komplikation darstellt.
Ein Gerinnsel, das sich beispielsweise in den Beinvenen(Thrombose), Herzhöhlen (z.B. bei Vorhofflimmern)
oder an einer Kunstklappe gebildet hat, kann sich am Entstehungsort lösen und gelangt mit dem Blutstrom in
einen anderen Bereich des Körpers, wo es ein Gefäß verschließt. In diesem Falle sprechen wir von einer
Embolie. Je nachdem welches Gefäß betroffen ist, tritt eine evtl. lebensbedrohliche Durchblutungsstörung auf,
z. B. tritt ein Schlaganfall auf, wenn das zum Gehirn ziehende Gefäß befallen ist.
Hemmung der Gerinnung
Die Entstehung eines Thrombus bzw. einer Embolie wird dadurch vermieden, dass man durch bestimmte
Medikamente das Blut darin hindert zu gerinnen. Die Einstellung mit gerinnungshemmenden Medikamenten
(Marcumar, Heparin) soll so erfolgen, dass die Gerinnungsneigung so deutlich herabgesetzt ist, dass keine
Thrombose bzw. Embolie auftritt, dass auf der anderen Seite aber das Blut, insbesondere bei Verletzungen,
noch gerinnt. Viele Patienten sprechen in diesem Falle von einer „Blutverdünnung“.
MARCUMAR® hemmt Bildung der Gerinnungsfaktoren in der Leber. Es ist ein Gegenspieler des Vitamin K,
das beim Aufbau der Gerinnungsfaktoren in der Leber benötigt wird. In Abhängigkeit von der Dosierung nimmt
die Gerinnbarkeit des Blutes ab, d. h., die Gerinnungszeit des Blutes wird verlängert. Marcumar wird als
Tabletten verabreicht.
Datei: PI K1-14 INFO_Marcumartherapie V2
HEPARIN ist ein weiteres Medikament zur Hemmung der Gerinnung. Es kann nur gespritzt werden, entweder
intravenös oder unter die Haut (subkutan). Daher eignet es sich nicht für eine Langzeitbehandlung.
ACETYLSALICYLSÄURE (ASS) beeinträchtigt die Funktion der Blutplättchen. Es ist geeignet bei Erkrankungen
der Arterien (Verengung, z. B. der Herzkranzgefäße auf dem Boden einer Arteriosklerose), es ist nicht geeignet
bei Erkrankungen im Bereich der Venen sowie bei implantierten Kunstklappen.
Gerinnungsteste in der Überwachung der Marcumar-Therapie
Die Überwachung der Behandlung mit Marcumar erfolgt durch den so genannten INR(Quick)-Test. Hierbei wird
Blut aus der Vene oder Kapillarblut (Blut aus der Fingerbeere oder dem Ohrläppchen) verwendet. Für diesen
Test existieren verschiedene Namen, in Deutschland wurde er üblicherweise als Quicktest bezeichnet. Bei
diesem Test wird nach Blutentnahme und Aktivierung der Gerinnung der Eintritt der Gerinnung in Sekunden
bestimmt, mit Hilfe einer Eichkurve wird die ermittelte Zeit in Prozent der Norm angegeben. Der so genannte
Ouickwert drückt die Gerinnbarkeit des Blutes in Prozent der Norm aus, bei gesunden Personen liegt der Wert
zwischen 70 und 130 %. Für eine wirksame Vorbeugung gegen eine Thrombose bzw. Embolie wird bei den
Marcumar-Patienten ein so genannter therapeutischer Bereich angestrebt. Dieser ist, je nach verwendetem
Testverfahren, in einem unterschiedlichen Bereich.
Um die Messungen verschiedener Labore (Arztpraxen, Krankenhäuser mit unterschiedlichen Messmethoden)
vergleichen zu können und damit eine sichere allerorts beurteilbare Einstellung zu erhalten wurde der INR-Wert
eingeführt (international normalised ratio). Der INR verhält sich zum Quickwert umgekehrt, mit abnehmendem
Quickwert wird die INR größer. Ein INR von 1 entspricht einer normalen Blutgerinnung, bei einer INR von 2 ist
die Gerinnungszeit des Standardthromboplastins verdoppelt, bei einer INR von 3 ist die Gerinnungszeit des
Standardthromboplastins verdreifacht. Der therapeutische Bereich ist, je nach vorliegender Erkrankung, für
jeden einzelnen Patienten individuell festzulegen, er liegt zwischen 1,5 und 4,5. Bei Werten unter 2 ist die
Gefahr der Blutgerinnselbildung, insbesondere bei Kunstklappen, gegeben. Bei Werten über 5 ist eine deutliche
Zunahme der Blutungsgefahr zu erwarten.
Therapeutischer
Testmethoden unserer Praxis: Quickwert
INR / ccINR
CoaguChek- Schnelltest (ccINR,Fingerblut) 2.0 – 4.5 Hepatoquick
2.0 – 4.5 Amgar-Sigma
Die möglichen therapeutischen Bereiche anderer Labore (Arztpraxen und Kliniken) liegen zwischen 10 – 18 % und 20 – 35 %. Therapeutischer Bereich (INR / ccINR)

Antikoagulation (Gerinnungshemmung) mit Marcumar und Heparin
In Deutschland wird die Gerinnungshemmung üblicherweise mit dem Medikament Marcumar durchgeführt. Wie
bereits oben beschrieben, ist Marcumar ein Gegenspieler des Vitamin K, das bei der Bildung der verschiedenen
Gerinnungsfaktoren in der Leber benötigt wird. Marcumar gehört zu den lang wirkenden Cumarinen, die eine
gleichmäßige Einstellung der Gerinnungswerte leichter gestatten als kurzwirkende Gerinnungshemmer, seine
Halbwertzeit im Blut beträgt etwa 7 Tage.
Um den therapeutischen Bereich (Verhinderung der Gerinnselbildung ohne stärkere Blutungsgefährdung) zu
erreichen, wird das Medikament anfänglich höher dosiert, der gewünschte Bereich wird etwa nach 3 - 7 Tagen
erreicht. In den ersten 14 Tagen wird die ungefähre Tages- bzw. Wochendosis ermittelt. Die anschließende
Dauertherapie richtet sich nach dem individuellen Bedarf des Patienten. Für jeden Patienten muss ein
individueller therapeutischer Bereich. je nach vorliegendem Krankheitsbild, festgelegt werden.
Druck: 10.06.2006 14:55:00 Datei: PI K1-14 INFO_Marcumartherapie V2 Die Tabletten sollen täglich eingenommen werden nach einem für die ganze Woche festgelegten Plan, hierbei
ist auf eine möglichst gleichmäßige Dosierung zu achten. Es ist sinnvoll, die Tabletten immer zum gleichen
Zeitpunkt einzunehmen. Bei der Tabletteneinnahme am Abend, sollte die Gerinnungskontrolle am Morgen
erfolgen. Da sich die Gerinnung des Blutes spontan oder durch verschiedene Faktoren verändern kann, sind
regelmäßige Kontrollen des Quickwertes erforderlich(in der Regel alle 1-3 Wochen). Liegt der Quickwert
außerhalb des therapeutischen Bereiches, muss die Einnahmemenge geändert werden. Wegen der langen
Wirkungsdauer des Marcumars sind nur kleine Dosiskorrekturen erforderlich. Die Wochendosis sollte ggf. um
eine Tagesdosis erhöht bzw. vermindert werden.
Mögliche Nebenwirkungen des Marcumars
Entsprechend der roten Liste finden sich in seltenen Fällen folgende Nebenwirkungen:
Allergische Hautreaktionen, Haarausfall, Hautnekrosen, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall.
Entsprechend der Wirkung des Marcumars können auch im therapeutischen Bereich geringfügige Blutungen
auftreten, wie Zahnfleischbluten, Nasenbluten, blaue Flecken nach Verletzungen, Blutung aus dem Magen-
Darm-Kanal. Selten treten auch lebensbedrohliche Blutungen im Bereich von Rückenmark, Gehirn, Herzbeutel,
Rippenfell und Darmwand auf. Diese lebensbedrohlichen Blutungen sind extrem selten, wenn der Quickwert im
therapeutischen Bereich liegt, sie lassen sich jedoch nicht 100%ig ausschließen.
Marcumar darf nicht gegeben werden, wenn ohnehin bereits eine Blutungsneigung vorliegt, wie man sie
typischerweise bei schweren chronischen Leber- und Nierenerkrankungen findet bzw. wenn die Blutplättchen
erniedrigt sind. Geschwüre im Magen und Zwölffingerdarm, ein nicht eingestellter Bluthochdruck sowie
Schwangerschaft stellen ebenfalls eine Kontraindikation dar. In jedem Falle wird bei Einleitung einer Marcumar-
Therapie genau untersucht, ob Gegenanzeigen gegen die geplante Therapie mit Antikoagulanzien bestehen.
Wechselwirkung mit anderen Medikamenten.
Verschiedene Medikamente können die Wirkung des Marcumars verstärken oder abschwächen. Deshalb sollte
jede Medikation mit einem Arzt abgesprochen werden, auch bei nicht rezeptpflichtigen Medikamenten.
Insbesondere sei auf die verschiedenen Aspirin (ASS = Acetylsalicylsäure) enthaltenden Kopfschmerztabletten
hingewiesen, die eine verstärkte Blutungsneigung bedingen. Geeignete Medikamente zur Schmerzlinderung
bzw. zur Fiebersenkung sind: Paracetamol (z. B. ben-u-ron) und Metamizol (z.B. Novalgin).
Da ein möglicher Effekt auf die Marcumarisierung nicht voraussagbar ist, empfiehlt es sich, engmaschigere
INR-Kontrollen bei Einnahme zusätzlicher Medikamente durchzuführen.
Arzneimittel, die eine Wirkungsverstärkung des Marcumars zur Folge haben (angegeben ist jeweils der
Wirkstoff, die Handelsnahmen sind verschieden):
Antibiotika:
Doxycyclin (z.B. Ambrodocy), Roxithromycin (z.B. Rulid) Ibuprofen (z.B. Imbun), Naproxen ,Rofecoxib(Vioxx) Durogesic-Pflaster), Buprenophin (z.B. Temgesic-Pflaster) Entwässerungsmittel: Furosemid (z.B. Lasix) Herzmittel: Digitoxin (z.B. Digimerck), Propanolol (z.B. Dociton) Diazepam (z.B. Valium), Amitryptilin (z.B. Saroten), Haloperidol (z.B. Haldol)
Einfluss durch Diät
Keine Sorge, eine besondere Diät ist unter Marcumar nicht erforderlich. Nur mit grünem Gemüse sollten Sie
zurückhaltend sein; denn grünes Gemüse ist besonders reich an Vitamin K. Dieses Vitamin schwächt
sozusagen als natürlicher Gegenspieler die Wirkung von Marcumar ab.
Das heißt nicht, dass Sie ab sofort kein grünes Gemüse mehr essen dürfen. Sie sollen lediglich «vegetarische
Übertreibungen» vermeiden und insgesamt zurückhaltender sein; mehr nicht. Ernähren Sie sich schlichtweg
normal und gleichmäßig (die Marcumardosis können wir ihren persönlichen Lebensgewohnheiten anpassen).
Größere Mengen von Kohl, Spinat oder Endiviensalat (diese Nahrungsmittel enthalten viel Vitamin K), können
die Marcumarwirkung abschwächen und den INR-Wert senken. Auch hier ist eine exakte Voraussage über die
diätetische Beeinflussung des Quickwertes nicht möglich. Es empfiehlt sich daher, Gemüse, Kohl und Salate
möglichst in relativ gleichmäßigen Mengen, über die Woche verteilt, zu sich zu nehmen.
Druck: 10.06.2006 14:55:00 Datei: PI K1-14 INFO_Marcumartherapie V2 Vermeiden Sie Gewaltkuren zur Gewichtsreduktion. Wenn Sie eine Diät planen, sprechen Sie bitte vorher mit uns darüber. Die nachfolgenden Tabelle zeigt, welche Nahrungsmittel besonders viel Vitamin K enthalten. Hoch Mittel Blumenkohl Kartoffeln Tomaten Broccoli, Kohl Schweinefleisch
Fettes Rindfleisch
Alle Innereien
Alkohol und Rauchen
Wie für viele andere Erkrankungen gilt auch hier: Ein Gläschen in Ehren wird niemand verwehren. Sie können
also beruhigt mäßige Mengen Alkoholisches trinken. Größere Mengen Alkohol beeinflussen die Blutgerinnung.
Darüber hinaus ist die Verletzungsgefahr besonders groß, wenn man nicht mehr sicher auf den Beinen ist.
Rauchen kann die Blutgerinnung erhöhen und sollte deshalb unterlassen werden. Gesund ist es ohnehin nicht.
Weitere Faktoren, die die Gerinnselbildung im Blut fördern sind:
erhöhte Blutfette, hoher Fettgehalt der Nahrung, Übergewicht und Zuckerkrankheit. Auch akute Erkrankungen,
wie z. B. fieberhafte Infekte, Durchfall und Erbrechen können den INR/QUICK-Wert beeinflussen, so dass
daraus Einstellungsschwankungen mit der Folge einer vermehrten Blutungs- bzw. Thromboseneigung
resultieren. Auch hier empfiehlt es sich, den INR-Wert häufiger zu kontrollieren, um die Marcumardosis an den
gemessenen Wert besser anpassen zu können.
Marcumarpass
Sie erhalten von uns einen Marcumarpass, den sie ständig bei sich tragen sollten.
In diesem Pass werden neben der Patienten- und Arztadresse besonders die Indikation für die Therapie mit
Marcumar, der Zielbereich für die INR-Werte sowie die geplante Dauer der Behandlung eingetragen.
Weiterhin tragen wir den Messwert (INR) und die Empfehlung für die Tabletteneinnahme der nächsten Tage bis
Wochen, sowie das Datum für die nächste Kontrolle ein.
Bitte halten Sie dieses Datum ein, da mitunter eine gefährliche Entwicklung der Messwerte (durch
Erkrankungen, Diät oder Therapieumstellungen) eine kurzfristigen Kontrolle und ggf. Dosisanpassungen
erforderlich machen. Nachfolgend ein Beispiel für die Einträge in Ihrem Marcumar-Pass:

Was tun bei erniedrigtem INR-Wert?
Ist der INR-Wert unterhalb des therapeutischen Bereiches (d.h. INR unter 2.0 ) muss das Marcumar natürlich
höher dosiert werden. Liegt der INR-Wert z. B. bei einem Patienten, der eine künstliche Mitral- oder
Aortenklappe trägt, unter INR 2.0, besteht die Gefahr einer Gerinnselbildung an den Klappen. Daher sollte bis
zum Erreichen des therapeutischen Bereiches eine überlappende Therapie mit Heparin begonnen werden.
Zum Heparin
Heparin ist ein gerinnungshemmendes Medikament, das nur durch Injektion unter die Haut oder in die Vene
verabreicht werden kann. Es entfaltet seine Wirkung sofort und klingt rasch ab. Die Injektion des Heparins unter
die Haut nehmen Sie ggf. selber vor. Die INR-Kontrolle unter gleichzeitiger Heparintherapie ist mit Hilfe des
CoaguChek - Schnelltest nicht möglich sondern muss durch Labortest im Venenblut erfolgen.
Was tun bei zu erhöhtem INR?
Liegt der INR-Wert oberhalb des therapeutischen Bereiches (INR größer 4.5) und bestehen keine leichten oder
schweren Blutungen, wird die Dosis des Marcumars vermindert oder kurzfristig weggelassen. Bei einem INR-
Wert über 5.0 können Sie zusätzlich, nach Rücksprache mit uns, 1-2 Kautabletten Konakion nehmen und am
nächsten Tag Ihren INR-Wert kontrollieren.
Druck: 10.06.2006 14:55:00 Datei: PI K1-14 INFO_Marcumartherapie V2 Prinzipiell sind bei INR-Werten außerhalb des therapeutischen Bereiches engmaschigere Kontrollen notwendig.
Zum Konakion®:
Konakion ist ein Vitamin K-Präparat. Dieses Vitamin wird üblicherweise für die Bildung der Gerinnungsfaktoren
in der Leber gebraucht, Marcumar ist ein Gegenspieler des Vitamin K. Nach oraler Aufnahme des Vitamin K
beginnt der Quickwert etwa 12 Stunden später anzusteigen, wobei die maximale Wirkung erst nach 1- 2 Tagen
erreicht wird. Das früher übliche Aufkleben von Vitamin K-Ampullen auf den Marcumarpass ist nicht sinnvoll, da
auch nach Verabreichung des Vitamin K intravenös keine rasche Normalisierung des Quickwertes erreicht wird
Was tun bei kleineren ärztlichen und zahnärztlichen Eingriffen unter einer Therapie mit Marcumar?
Vor jedem geplanten Eingriff ist der behandelnde Arzt oder Zahnarzt darauf hinzuweisen, dass Sie regelmäßig
Marcumar einnehmen. Besteht bei dem Eingriff unter Marcumar eine vermehrte Blutungsgefährdung, muss
zunächst das Marcumar abgesetzt und überlappend eine Heparin-Therapie begonnen werden. Liegt der INR-
Wert unterhalb des therapeutischen Bereiches, kann unter Heparinschutz operiert werden. Bestehen nach dem
Eingriff keine Komplikationen, wird erneut mit der Marcumar-Therapie begonnen und die Heparin-Therapie
solange fortgesetzt, bis der therapeutische Bereich wieder erreicht wird.
Was tun bei größeren geplanten Operationen bzw. bei Notfall-Operationen?
Bei geplanten Operationen sollte, wie oben beschrieben, Marcumar abgesetzt und rechtzeitig mit der
überlappenden Therapie mit Heparin begonnen werden. Die Dosierung bzw. die Kontrollen müssen nach
Absprache mit den behandelnden Ärzten erfolgen. Im Notfall kann der Quickwert durch die Verabreichung von
Frischplasma (enthält Gerinnungsfaktoren) und Konzentraten von Gerinnungsfaktoren (PPSB) in den
Normbereich angehoben werden. Dann ist sofort eine Operation ohne verstärkte Blutungsgefahr möglich.
Was tun bei Auftreten von Blutungen?
Fleischwunden mit Verletzungen oberflächlich liegender Venen: Komprimieren Sie die Wunde durch Auflegen
sauberer Handtücher oder Taschentücher solange, bis die Blutung steht oder ein Arzt erreicht ist. Größere
Verletzungen müssen genäht werden. Starke Blutungen, evtl. aus Schlagadern: Ausübung einer starken
Kompression auf die rhythmisch spritzende Blutung, Organisation eines schnellen Transports in das nächste
Krankenhaus. (ggf. Notarzt unter Tel.: 112 rufen)
Nasenbluten: Nasenspray mit einem die Gefäße verengenden Medikament (z. B. Privin® oder Otriven®), bei
stärkeren Blutungen Aufsuchen eines Hals-Nasen-Ohrenarztes, ggf. Tamponade der Blutung mit Hilfe einer
Gaze.
Bei Braunverfärbung des Urins oder Blut im Urin, Blut im Stuhl (entweder rotes Blut oder teerschwarze
Verfärbung des Stuhles), Erbrechen von Blut oder Bluthusten unmittelbare Kontaktaufnahme mit dem
behandelnden Arzt.
Was tun bei Auftreten einer Thrombose/Embolie?
Bei Herzpatienten weisen folgende Beschwerden auf eine Embolie hin: Schlaganfall, Blindheit des Auges,
Gesichtsfeldausfall, Fallneigung, Sprachstörung, vorübergehende Lähmungen oder Missempfindungen, blaue
Zehen, kaltes Bein. Umgehende Rücksprache mit betreuendem Arzt/Klinik. Bei Auftreten einer Thrombose in
den Venen (ganz überwiegend in Unter-/Oberschenkel) bemerkt man eine Schwellung des Beines, häufig
verbunden mit Überwärmung und Schmerzen. Auch in diesem Fall sofortiger Kontakt mit dem Hausarzt.
Was tun bei Verabreichung von Spritzen unter der Einnahme von Marcumar?
Spritzen in den Muskel sind wegen der Blutungsgefahr mit Schädigung von Nerven und
Muskulatur absolut zu vermeiden. Spritzen unter die Haut (subcutan) können problemlos
verabreicht werden (s. oben Heparin). Daher sind auch alle Impfungen, wie Grippe- oder
Wundstarrkrampfimpfungen, durchführbar.
Sicher bestehen noch Unsicherheiten zu einzelnen Bereichen dieses umfangreichen Themas.
Wir stehen Ihnen für Fragen gerne zur Verfügung. Sprechen Sie uns bitte an.
Ihr Praxisteam Dres. Klumm
Druck: 10.06.2006 14:55:00 Datei: PI K1-14 INFO_Marcumartherapie V2 LEBENSMITTELTABELLE (Vitamin-K-Gehalt ug pro 100g)

Algen, frisch 300
Linsen reif frisch 223 (Hinweis für Ernährungstabellen: der Vitamin-K-Gehalt ist hoch, wenn er über 100 ug/100 g liegt, mittel, wenn er bei 10 – 100 ug/100 g liegt und niedrig, wenn er unter 10 ug/100 g liegt) nach Goldinger, A: Krankenhauspharmazie 6,277-284. 1996; Jaenicke, J: Antikoagulanzien- und Fibrinolysetherapie, 5, Auflage, 5. 237; 1. Elfmadfa: Die große GU-Nährwerttabelle, Gräfe und Unzer, München 1989{ 1} Druck: 10.06.2006 14:55:00 Datei: PI K1-14 INFO_Marcumartherapie V2 Aufklärungsgespräch über die Behandlung mit Antikoagulantien
(blutgerinnungshemmenden Medikamenten - Marcumar und Heparin)

Sehr geehrter, lieber Patient,

Marcumar® und ggf. Heparin dürfen Sie nur in der von uns angegebenen Dosis (Menge) eingenehmen. Sollten
Sie die Einnahme oder Einspritzung des Medikaments einmal vergessen, dürfen Sie unter keinen Umständen
am nächsten Tag die vergessene Dosis zusätzlich nehmen. Erhöhen oder verringern Sie keinesfalls
eigenmächtig die Dosis.
Zusätzliche Medikamente, die Sie eventuell auch ohne Rezept erhalten (z. B. Schmerz-, Rheuma-, Abführ-,
Stärkungsmittel, Vitamin-Kombinationen usw.) dürfen Sie nur nach Absprache mit dem betreuenden Arzt
einnehmen. Bestimmte Medikamente können die Wirkung der Marcumar-Behandlung verstärken oder
abschwächen. Marcumar darf in der Schwangerschaft und während der Stillperiode nicht eingenommen
werden. Informieren Sie den Arzt sofort, wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen.
Nebenwirkungen
Alle gerinnungshemmenden Medikamente fördern die Blutungsbereitschaft in unterschiedlicher Stärke. Nach
Verletzungen, aber sehr selten auch ohne äußeren Anlass, kann es zu Blutungen kommen, z.B. im Magen-
Darmtrakt, an Nieren, im Hirn. Rötlicher Harn, schwarzer Stuhl, länger anhaltende, bislang unbekannte
Kopfschmerzen können auf eine Blutung hinweisen. Bitte melden Sie uns solche Anzeichen sofort.
Die meisten Unverträglichkeitsreaktionen (z.B. Übelkeit, Brechreiz, Juckreiz) sind ungefährlich.
Schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktische Reaktionen), die zur Einstellung der
Behandlung zwingen, sowie schwere lebensbedrohliche Komplikationen mit Dauerschäden sind seltene
Ausnahmen.
Die Verringerung der Blutplättchen (Thrombozyten) oder weißen Blutzellen (Leukozyten) ist extrem selten.
Veränderungen der Leberwerte normalisieren sich nach Absetzen des Medikaments verhältnismäßig schnell.
An den Stellen, an denen „Heparin“ eingespritzt wird, kann es zu — meist vorübergehenden — örtlichen
Schmerzen und Knotenbildungen sowie äußerst selten zu Hautschäden (Nekrosen) kommen. Die Kombination
von Heparin mit venenzusammenziehenden Medikamenten (z.B. Dihydroergotamin) kann extrem selten zu
Gefäßverengungen (Gefäßspasmen) mit Untergang von Gewebe (Gewebsnekrose) führen.
Marcumar kann extrem selten Schädigungen der kleinen Blutgefäße (Auftreten von Blutpunkten), Hautschäden
(Nekrosen) sowie Störungen der Wund- und Knochenbruchheilung hervorrufen.
Bei Langzeitbehandlung mit Marcumar oder Heparin können die Haare ausfallen; sie wachsen im Allgemeinen
nach Absetzen des Mittels wieder nach.
Nach länger dauernder Heparinbehandlung kann es in seltenen Ausnahmefällen zu Knochenbrüchen infolge
Knochenerweichung (Osteoporose) kommen.
Kontrollen und Verhaltensregeln
Die Gerinnungsfähigkeit des Blutes muss bei der Behandlung mit Marcumar und mit Heparin regelmäßig
überwacht werden. Nehmen Sie die uns angegebenen Untersuchungstermine unbedingt wahr.
Informieren Sie immer Arzt, Zahnarzt über die Behandlung mit Gerinnungshemmer, insbesondere bei allen
Blutungen, Unfällen oder Operationen; Zeigen Sie stets Ihren Marcumar-Ausweis vor, damit Sie keine Spritzen
in die Muskulatur bekommen und keine Medikamente erhalten die die Wirkung von Marcumar beeinträchtigen.
Bitte verständigen Sie sofort, wenn Blutungen, eine Gelbsucht oder andere neue innere Erkrankungen
auftreten. Beachten Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit die Hinweise über Ernährung, Alkohol und
Medikamenteneinnahme in unserem Marcumar-Infoblatt. Wir können Ihnen in diesem Merkblatt nur einen
allgemeinen Überblick geben. Auf die Erkrankung und die Behandlung gehen wir im Auflklärungsgespräch
näher ein.
Erklärung des Patienten nach dem Aufklärungsgespräch
Herr bzw. Frau Dr. Klumm hat mit mir anhand der Hinweise im Merkblatt ein Aufklärungsgespräch führt, bei
dem ich alle mich interessierenden Fragen stellen konnte.
Ich habe keine weiteren Fragen. Ei Ich willige hiermit in die vorgeschlagene Behandlung mit
Marcumar und Heparin.
Über mögliche gesundheitliche Nachteile einer Ablehnung der Behandlung wurde ich informiert.
Ich hatte Gelegenheit nachzufragen und habe keine weiteren Fragen.
Datum
Druck: 10.06.2006 14:55:00 Datei: PI K1-14 INFO_Marcumartherapie V2

Source: http://www.drklumm.de/upload/dokumente/info-markumar2.pdf

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